Pädagogisches Konzept von Spotlight


Dem Konzept des Spotlight-Projekttages liegen folgende zentrale Annahmen zugrunde:

1. Klassenspezifischer Ansatz: Das System Mobbing offen legen

Mobbing wird als systematisches Fertigmachen immer derselben Person(en) begriffen. An diesem verfestigten Konflikt sind alle – die Mobbenden, die Gemobbten, die Zuschauer und die Lehrer – direkt oder indirekt beteiligt. Gibt es einen Mobbingfall in der Klasse, wissen normalerweise alle Schüler Bescheid. Allein die Lehrer sind mitunter nicht in Kenntnis dessen, was sich in den Pausen und außerhalb des Unterrichts, also in hierarchieschwachen Räumen, abspielt. Begreift man Mobbing als System, können erfolgversprechende Präventions- oder Interventionsansätze nicht nur bei Mobbern und Gemobbten ansetzen.
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2. Vom Allgemeinen zum Besonderen

Spotlight arbeitet auf zwei Ebenen. Im ersten Teil des Projekttages wird Mobbing auf der allgemeinen Ebene thematisiert. Ausgehend vom Theaterstück – alternativ von einem Film oder einer kurzen Szene – werden nach aktivierenden Warm-Ups mit handlungsorientierten Rollenspielen folgende allgemeine Fragen beantwortet:
• Was ist Mobbing?
• Wie funktioniert Mobbing als System – wer ist beteiligt?
• Welche Formen von Mobbing gibt es?
• Welche Lösungen aus der Mobbingfalle lassen sich finden?
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3. Theater bewegt, legt offen und verändert

Eine zentrale Methode des Spotlight-Projekts stellt das Medium Theater dar. Damit gelingt es, Mobbingstrukturen auf der allgemeinen und konkreten Ebene an die Oberfläche zu holen und Veränderungen anzubahnen. Die innerhalb dieses Konzeptes angewandte Rollenspiel-Methode ist dem von AUGUSTO BOAL entwickelten „Theater der Unterdrückung“ entlehnt.
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4. Geschlechtsspezifische Arbeit

Die Formen des Mobbens unterscheiden sich vielfach bei Mädchen und Jungen. Stehen bei Jungen häufig körperliche Auseinandersetzungen oder Beleidigungen im Vordergrund, so handelt es sich bei Mädchen eher um relationale Formen von Mobbing.
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5. Der Wunsch nach einer guten Klassengemeinschaft

Mobbing und eine gute Klassengemeinschaft schließen sich aus. Die Erfahrung von über 300 Projekttagen zeigt, dass für Schüler und Schülerinnen im Alter von 12 bis 15 Jahren eine gute Klassengemeinschaft von großer Bedeutung ist. Im Allgemeinen gibt es eine Mehrzahl von Schülern, die bereit ist, sich dafür einzusetzen.
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6. Konfrontative Pädagogik als Opferschutz

Spotlight-Einsätze verlaufen in vier Phasen: Kontakt – Konflikt – Konfrontation – Konsequenz. Die Arbeitsweise von Spotlight ist zunächst einmal nicht wertend und geschieht auf Augenhöhe mit den Schülern. Das  Theaterstück zu Beginn des Projekttages ist trotz des Themas unterhaltsam, es lädt die Schüler ein, sich mit dem Phänomen „Mobbing“ auseinanderzusetzen.
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