Systematische Entwicklung der Persönlichkeit in der Schule

Die persönliche Entwicklung von Kindern ist seit jeher ein wichtiges und ernstes Anliegen von Schule. Entsprechende Curricula oder Materialien dazu sind – im Vergleich zu schulfachlichen Unterlagen – eher dürftig. Die besondere Aktualität von Magic Circles ergibt sich aus den ständig zunehmenden Anforderungen an Schule, einen Beitrag zur Verhinderung gewalttätigen Verhaltens in unserer Gesellschaft zu leisten. Schule hat dies von ihrem pädagogischen Ansatz her, ohne viele Worte darüber zu verlieren, schon immer getan. Dass dies explizit Teil eines Curriculums ist, kommt eher selten vor.

Aggression zeigt sich nicht nur in Körperverletzungen, sondern auch in Handlungen, die vom Hänseln bis zur offenen Gewalt reichen können. Sonja muss eine starke Brille tragen; die Mitschüler ziehen sie deswegen auf. Markus' Eltern können sich die modische Kleidung nicht leisten, die man in diesem Alter cool findet; Markus lässt im Geschäft einen Pullover mitgehen. Peter und Kemal mögen sich nicht; es kommt zu einer Rangelei, bei der Kemal ernsthaft verletzt wird. Dörthe gilt als Streberin; sie wird von den anderen Kindern gemieden und nie zum Geburtstag eingeladen. Eine Gruppe von Schülern ist neidisch auf Janosch, weil ihm einfach alles glückt; auf dem Schulweg fallen sie über ihn her und verprügeln ihn. Hier handelt es sich um eine ganze Vielfalt von Verhaltensweisen, die aber alle unter der Rubrik aggressives Verhalten zusammengefasst werden können. Ihnen gemeinsam ist die offene oder verdeckte Konfrontation mit anderen. Dem anderen soll ein Schaden zugefügt werden.

Nun gibt es auch aggressive Verhaltensweisen, die durchaus akzeptabel sind. Ein Kind, das in einer Gruppe nie richtig zu Wort kommt, muss lernen, sich zu behaupten und eigene, berechtigte Interessen durchzusetzen. Ein Kind, das gehänselt wird, muss Möglichkeiten entdecken, wie es damit fertig wird. Ein Kind, das gedemütigt wird, sollte auch schon einmal laut werden dürfen. Es ist aber wichtig, dass Kinder lernen, welche Formen aggressiven Verhaltens in welcher Situation noch annehmbar sind, wann sie andere verletzen und welche anderen Mittel es gibt, einen Konflikt zu lösen.

Hier leistet Magic Circle einen Beitrag: Bei Magic Circle setzen sich Schüler und Lehrer jeden Morgen für 10 bis 15 Minuten in Gruppen von 8 bis 12 Kindern in einem Kreis zusammen und bearbeiten ein vorgegebenes Thema. Dabei sollen bei den Schülerinnen und Schülern drei Bereiche gefördert werden:

  • Sie sollen befähigt werden, sich selbst und andere adäquater wahrzunehmen;
  • Sie sollen selbstbewusst werden und ein Bewusstsein ihrer persönlichen Kompetenz erreichen;
  • Sie sollen lernen, wie sie auf andere Menschen wirken, welche Gefühle sie bei sich selbst und anderen auslösen und wie sie soziale Situationen zufriedenstellend gestalten können.

Magic Circle soll in diesem Sinne dazu beitragen, dass ein positives Miteinander aufgebaut und schädigendes, aggressives Verhalten abgebaut wird bzw. gar nicht erst entsteht. Mit dem Leitfaden wird eine Struktur aufgezeigt, mit deren Hilfe man diesen wichtigen Teil schulischen Lernens konkret und systematisch vorantreiben kann.