Aufbau und Ablauf der Sitzung

Was die Vielschichtigkeit und die Vielfalt der Themen angeht, entwickelt sich ein Magic Circle in den drei Persönlichkeitsbereichen langsam aber stetig weiter. Man spricht von einem spiralförmigen Aufbau. Dies lässt sich innerhalb einzelner Einheiten, innerhalb eines Schuljahres und auch über mehrere Jahrgänge hinweg beobachten. Zusammen mit den Gesprächsthemen entwickelt sich jedoch auch die Gruppe selbst, bis hin zur Gesprächsleitung durch Schülerinnen und Schüler. Auf dieser Stufe entsteht ein Gefühl der Verantwortung und aktiven Mitgestaltung.

Eine Magic Circle-Einheit sollte 10 bis 20 Minuten betragen und idealerweise täglich erfolgen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass 2 bis 3 Sitzungen pro Woche gut in den Unterrichtsalltag integriert werden können. Kleine, stetige und sanfte Schritte stehen im Vordergrund. Dadurch ist jede Einheit sowohl zeitlich als auch inhaltlich eher wenig belastend. Acht bis zwölf Kinder sollten an einer Magic Circle-Gruppensitzung teilnehmen. Dies stellt die Lehrperson vor die Aufgabe, die Klasse aufzuteilen. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich an:

Der Ablauf


Die Regeln

Magic Circle stellt drei Grundregeln in den Vordergrund, die die Effektivität der Methode entscheidend tragen:  
1. Jeder sagt was
2. Widerspiegeln
3. Zusammenfassen

Der Rahmen

•    Ein bis zwei wöchentliche Magic Circle-Sitzungen
•    Pro Gruppensitzung sollten 8-12 Kinder teilnehmen
•    Eine Magic Circle-Sitzung dauert ca. 10-15 Minuten

Die Gruppengröße stellt die Lehrperson vor die Aufgabe, die Gruppe zu teilen. Jede Schule hat unterschiedliche personelle und räumliche Kapazitäten, die entsprechende kreative Lösungen erfordern. Wir haben nachfolgende einige Anregungen dazu:

  • Die Klasse ist so groß, dass man zwei Gruppen bilden kann. Die eine Gruppe führt Magic Circle mit der Lehrperson durch, die andere Gruppe arbeitet eigenständig in Stillarbeit. In einem zweiten Durchgang werden die Rollen vertauscht.
  • Wie oben, anstatt aber zwei Durchgänge mit vertauschten Rollen (Magic Circle und Stillarbeit) zu machen, wird an einem Tag lediglich ein Durchgang gemacht. Am nächsten Tag werden die Rollen getauscht. Bei diesem Modell wird Magic Circle mit der für jeden Schüler angemessenen Geschwindigkeit über das Schuljahr hinweg entwickelt.
  • Zwei parallele Gruppen; Leitung einer Gruppe durch die Lehrperson, die andere Gruppe wird durch einen Schüler/Schülerin geleitet; evtl. können auch beide Gruppen durch Schüler geleitet werden. Die Lehrperson steht dabei beratend im Hintergrund.
  •  Eine Gruppe macht Magic Circle. Die andere Gruppe, arbeitet einzeln oder in kleinen Gruppen am Computer. In einem zweiten Durchgang oder in der nächsten Magic Circle-Sitzung werden die Gruppen getauscht.
  • Es gibt eine Doppelbesetzung durch ein Lehrerteam: eine Gruppe macht Magic Circle, die andere arbeitet an einem Thema weiter oder wird individuell gefördert. In einem zweiten Durchgang oder in der nächsten Magic Circle-Sitzung werden die Gruppen getauscht.
  • Es gibt Schulsozialarbeiter, die Magic Circle parallel zum Förderunterricht durchführen.
  • Es gibt ältere Schüler (z.B. Kl. 8/9), die Magic Circle als angeleitete Pausenbeschäftigung für jüngere Schüler(z.B. Kl. 5/6) anbieten. Diese Methode eignet sich gut für die weiterführende Schule.