FAQ - Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was mache ich mit dem Rest der Klasse, wenn ich mit 12 Kindern MC mache?

Hier gibt es keine Standardregel, sondern man muss mit den Gegebenheiten der jeweiligen Schule bzw. Klasse kreativ umgehen. Es gibt aber eine ganze Reihe von erfolgreichen Modellen, z.B.:

  • Eine Gruppe macht MC. Die andere Gruppe, arbeitet in Stillarbeit im gleichen Raum (das muss mit den Kindern eingeübt werden und funktioniert nicht sofort, aber auch Erstklässler können das lernen). In einem zweiten Durchgang oder in der nächsten MC-Sitzung werden die Gruppen getauscht.
  • Eine Gruppe macht MC. Die andere Gruppe, arbeitet einzeln oder in kleinen Gruppen am Computer. In einem zweiten Durchgang oder in der nächsten MC-Sitzung werden die Gruppen getauscht.
  • Es gibt eine Doppelbesetzung durch ein Lehrerteam: eine Gruppe macht MC, die andere arbeitet an einem Thema weiter oder wird individuell gefördert. In einem zweiten Durchgang oder in der nächsten MC-Sitzung werden die Gruppen getauscht .
  • Es gibt einen / eine Schulsozialarbeiter/in, der / die MC parallel zum Förderunterricht macht.
  • Es gibt ältere Schüler/innen (z.B. Kl. 8/9), die MC als angeleitete Pausenbeschäftigung für jüngere Schüler/innen(z.B. Kl. 5/6) anbieten. Diese Methode eignet sich gut für die weiterführende Schule.
  • Es gibt beim MC einen Außen- und einen Innenkreis. Der Innenkreis erzählt etwas zum Thema, der Außenkreis spiegelt wider.
  • Es gibt beim MC einen Außen- und einen Innenkreis. Der Innenkreis macht MC, der Außenkreis beobachtet. Beim nächsten Mal wird getauscht.

Wie gehe ich mit Störenfrieden um?
Die meisten Kinder fühlen sich durch die Situation bzw. den MC selbst sehr angesprochen, so dass Regelverletzungen nicht so häufig vorkommen. Ansonsten gelten hier die üblichen Maßnahmen, die auch sonst eingesetzt werden.

Haben stille, schüchterne Kinder beim MC nicht noch mehr Stress?
Gerade diese Kinder können im MC-Setting gute Lernerfahrungen machen.
Sie müssen einerseits nicht unbedingt einen Beitrag bringen (nur: Dazu möchte ich heute nichts sagen); andererseits erhalten sie die Zeit, um sich zu äußern, in knapper Form, und es wird ihnen zugehört. 

Was ist, wenn einige Kinder sehr viel erzählen möchten?
Wenn die Kinder den MC einige Male erlebt haben, regeln sich die Ausmaße der Redebeiträge meistens von selbst, da jeder Beitrag gespiegelt wird. Die Kinder bemerken sehr schnell, dass lange Beiträge kaum behalten werden können und dementsprechend auch oft nicht richtig oder nur in Teilen wider gegeben werden können.

Was ist, wenn einige Kinder immer wieder sagen „Ich möchte dazu nichts sagen“?
Auch diese oder gerade diese Kinder profitieren sehr stark von der Atmosphäre und den Inhalten im MC. Sie nehmen sehr viel auf und verarbeiten es für sich. Sie haben Gründe dafür, warum sie sich nicht oder noch nicht äußern können, aber sie erleben andere Sichtweisen, hören andere Meinungen und Gefühle, die ihr eigenes Erleben bereichern. Sie brauchen einfach ihre Zeit!

Kann ich auch aktuelle Themen der Klasse im MC nehmen?
Das ist im MC-Konzept sehr gewünscht! Der MC bietet eine gute Möglichkeit, Meinungen, Sichtweisen, Erfahrungen und Gefühle der Kinder zu Themen, die gerade in der Klasse aktuell sind, zu vertiefen. Ungeeignet sind jedoch Themen, die eine Entscheidung verlangen, z.B. wohin die nächste Klassenfahrt gehen soll.

Wie gehe ich damit um, wenn ein oder mehrere Beiträge nicht gespiegelt wurden?
Im Anschluss an die Runde des Spiegelns fragt man, ob alle Beiträge gespiegelt wurden, die Kinder werden dann rückmelden wenn ein oder mehrere Beiträge fehlen. Die Lehrerin/der Lehrer kann dann fragen, „wer hat behalten was Kind X gesagt hat und kann es uns sagen?“ Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass kein Beitrag verloren geht und es wird niemand vernachlässigt.

Wie gehe ich damit um, wenn der Beitrag einer Schülerin/eines Schülers jedes Mal oder häufig von den anderen nicht widergespiegelt wird?
Als MC-Leitung übernehme ich das Widerspiegeln.
Gleichzeitig haben Sie möglicherweise eine Information über die Position dieses Kindes in der Gruppe und können das weiter beobachten und in einer anderen Form bearbeiten.

Kann/sollte ich als Lehrer/in auch einen eigenen Beitrag leisten?
Sie sind Teil der Gruppe und Ihre Sichtweisen, Erlebnisse und Gefühle sind für die Schüler interessant und wichtig, daher ist es sinnvoll, wenn Sie selber einen Beitrag leisten. Die Schüler möchten auch Sie näher kennen lernen und wissen, wer Sie sind und die Gruppe erfährt auch von Ihnen etwas Persönliches.

Beim Zusammenfassen fühle ich mich nicht wohl, einzelne Beiträge darf ich ja nicht wiederholen, um sie nicht besonders zu betonen...was sage ich am besten?
Wenig und einfach ist okay: „Jeder von euch hat das schon einmal erlebt und sich ganz unterschiedlich dabei gefühlt.“
Oder: „Heute können wir sehen, dass wir uns über ganz verschiedene Dinge freuen können." 

Was mache ich, wenn jemand etwas äußert (z.B. Vernachlässigung, Misshandlung), was mich als Lehrer/in in dieser Situation überfordert?
Wichtig: Die Person hatte die Möglichkeit etwas mitzuteilen. Sie können die Gelegenheit nutzen, nach dem MC mit ihr darüber zu sprechen und der Person mitteilen, dass Sie sich Sorgen machen und ihr Unterstützung anbieten. Ein Gespräch mit Kollegen oder Fachleuten - vielleicht in der Schule bei der Beratungslehrerin oder außerschulische Beratungsstellen – können weitere Hilfen bieten.