Detailbeschreibung


Raum der Stille – ein Rückzugsort

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Vandalismus wird sehr schnell klar, dass ein Gegen Vandalismus auch immer ein Für eine lebenswerte Schule bedeutet. Mit dieser positiven Perspektive werden die Schüler*innen sich leichter einbinden lassen und mehr Freude, Neugierde und Engagement für das Thema aufbringen: Geht es doch darum, den eigenen Lebensraum Schule mitzugestalten.

Im hektischen Schulalltag ist es schwierig, Stille, Besinnung und Entspannung zu erfahren. Vielen  Schüler*innen ist dieses jedoch ein großes Bedürfnis. Meditation, Atemwahrnehmung, Fantasiereisen oder auch Muskelentspannung als Entspannungstechniken werden – wenn überhaupt – in Klassen- oder Fachräumen durchgeführt, denen es an unterstützender (räumlicher) Atmosphäre fehlt.

Das Projekt Raum der Stille – ein Rückzugsort geht hier weiter. Menschen, die sich im Lebensraum Schule wohl und wertgeschätzt fühlen, denen Rückzugsorte zur Verfügung gestellt werden, identifizieren sich mehr mit ihrer Schule und erleben weniger Stressoren, die auch Vandalismus hervor bringen können.

Ein ungenutzter Ort wird mithilfe einer Schüler*innen Gruppe (SV-Schüler, eine AG, Streitschlichter-Gruppe, Pädagogik-Kurs …) zunächst renoviert. Aufmerksamkeit braucht der Bodenbelag, idealerweise ein Teppich oder eine große Anzahl von Yogamatten, sodass für die Nutzer bequeme Liegemöglichkeiten vorhanden sind. Zusätzlich können Kissen genäht werden, der Fantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt.

Dieser Raum kann nun von Klassen genutzt werden. Bewährt haben sich auch Pausenangebote  älterer Schüler (SV, Pädagogik-Kurs oder Paten-Gruppe), die in den großen Pausen jeweils für Schüler*innen einer Jahrgangsstufe Entspannungsangebote gestalten. Das können Fantasiereisen,  Anleitungen zur Massage mit Igelbällen usw. sein.

Um die Identifikation mit dem Raum (und der Schule) zu erhöhen, hatte eine Schule die Idee, von jedem Schüler der Schule ein Bild in den „Raum der Stille“ zu hängen. Genutzt wurde dazu eine große noch leere Wand. Da möglichst ein gemeinsames Bild von allen Menschen, die an der Schule arbeiten und lernen, entstehen sollte, wurde an jede/n Schüler*in,  Lehrer*in sowie an die Sekretärin und den Hausmeister ein kleines Pappquadrat verteilt, das in einer vorgegebenen Farbe (mit unterschiedlichen Materialien wie Stoff, Papier, Bändern, Perlen, Knöpfen etc.) bearbeitet werden sollte. So entstand ein Gesamtbild aus Hunderter kleiner, farbiger Quadrate. Als Form des Gemeinschaftsbildes wurde der Regenbogen gewählt. Für diesen wurde eine grundierte und entsprechend große Pappe erstellt, um die Unikate darauf zu platzieren. Viele Schüler*innen werden beim Eintreten in den Raum der Stille sicherlich „ihr Quadrat“ suchen und die Möglichkeit genießen, zumindest manchmal Ruhe und Entspannung zu erleben. Denkbar ist auch die Erstellung eines Mosaiks mit allen Einzelbildchen. Bestimmt fällt den beteiligten Schüler*innen eine Darstellungsform ein, die zur Schule passt.